Impressum | Datenschutzerklärung
Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

Leistungen



Störungen im Kindesalter

Die Fähigkeit, sich mitzuteilen und mit anderen zu kommunizieren ist in der gesamten Kindesentwicklung sehr wichtig. Physiologische, altersgemäße sprachliche und stimmliche Fähigkeiten sind dafür die Voraussetzung. Viele Kinder benötigen hier ein wenig Unterstützung durch einen Logopäden. Hier einige Informationen zu Beeinträchtigungen, die im Kindesalter auftreten können und den sich daraus ergebenden Therapieansätzen und –zielen.


Störungen der Sprachentwicklung/des Sprechens
im Kindesalter

Die Entwicklung der Sprache/des Sprechens kann verzögert oder gestört sein. Dies kann sich vielfältig bemerkbar machen:


  • Störung der Aussprache. Dabei werden Laute falsch gebildet oder durch andere ersetzt (Dyslalie, Sigmatismus „Lispeln“)
  • Worte werden nur schwer erlernt oder immer wieder vergessen (Wortschatzdefizite)
  • Sätze werden in unüblicher oder nicht altersgemäßer Wortreihenfolge gebildet oder enthalten falsche Beugungen (Dysgrammatismus)
  • Das Verstehen von Sprache ist gestört bzw. entspricht nicht der sonstigen Entwicklung (Sprachverständnisstörung)

Die Ursachen dafür können verschiedener Natur sein und sollten im Rahmen einer logopädischen Diagnostik abgeklärt werden. Zudem sollte die ganzheitliche Entwicklung des Kindes dabei berücksichtigt werden, was eine Grundvoraussetzung für jede Therapie ist.


Ziel der logopädischen Therapie ist es, einen altersgemäßen Entwicklungsstand Ihres Kindes zu erreichen.


Schließen


Myofunktionelle Störungen

Als „myofunktionelle Störung“ bezeichnet man ein Ungleichgewicht oder eine Störung der Muskulatur im Mund-, Zungen- und/oder Lippenbereich. Auch fallen kindliche Kau- und Schluckstörungen (nicht genügend Kraft beim Schlucken, Essen bleibt im Mund liegen, Zungenverstoß beim Abschlucken) in diesen Bereich.


  • Mundatmung
  • schlaffe Mundmotorik
  • abweichende Zungenruhelage (Zunge liegt flach auf dem Mundboden,
    den Lippen)
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen und/oder Schluckbeschwerden
  • Artikulationsstörungen (z. B. „Lispeln“)
  • Störungen der auditiven Wahrnehmung

Ziel ist es, ein physiologisches Zusammenspiel von Lippen, Zunge und Wangen zu erreichen, durch das Üben von Bewegungsmustern und das Verlernen/Ablegen von angewöhnten Verhalten beim Sprechen, Schlafen und Essen.


Schließen


Störungen der auditiven Wahrnehmung

Hören und Verstehen (Verarbeiten) sind unverzichtbar beim Erlernen der Sprache/des Sprechens und des Schreibens. Dieses kann beeinträchtigt sein durch angeborene oder erworbene Hörstörungen. Durch die Versorgung mit Hörgeräten oder eines Cochlea-Implantats sind schon gute Rahmenbedingungen geschaffen worden. Man unterscheidet bei diesen Störungen in folgende Modalitäten:


  • auditive Aufmerksamkeit und Konzentration
  • auditive Merkfähigkeit
  • auditive Figur-Grund-Unterscheidung
  • auditive Differenzierung (z.B. Unterscheiden von Lauten)

Ziel ist es, Grundvoraussetzungen für eine auditive Wahrnehmung aufzubauen und zu schulen.


Schließen


Redeflussstörungen

Bei Störungen des Redeflusses handelt es sich um das Stottern und das Poltern.


Symptome beim Stottern können sein: u. a. unkontrollierte Wiederholung, Dehnung oder Blockierung einzelner Laute, Silben, Wörter und/oder Satzteile.


Das Poltern zeichnet sich vor allem durch ein sehr überhastetes Sprechen aus. Die Artikulation ist undeutlich bzw. verwaschen und oftmals werden Wortendungen weggelassen, Sätze werden abgebrochen und die Grammatik gerät „durcheinander“.


Die Therapie richtet sich besonders hierbei individuell nach dem Patienten. Ziel ist es, ein Therapiekonzept gemeinsam zu erarbeiten und dieses für den Alltag zu erproben und zu festigen.


Schließen


Stimmstörungen

Eine Stimmstörung im Kindesalter kann verschiedenste Ursachen haben. Zu diesen zählen organische, hormonelle und psychogene Unregelmäßigkeiten sowie entwicklungsbedingte Beeinträchtigungen des Kehlkopfes. Es können jedoch auch Infektionen der Atemwege, andauernde körperliche Verspannungszustände oder ein unphysiologischer Gebrauch der Stimme, beispielsweise durch häufiges sehr lautes, gepresstes Sprechen wegen permanenter Lärmeinwirkung (Fernseher, Musik etc.), Gründe für das Auftreten einer Stimmstörung sein.


Folgende Beispiele können Anzeichen für eine solche sein:


  • ständige Heiserkeit
  • rauer Stimmklang
  • gepresste Sprechweise
  • eingeschränkte Modulationsfähigkeit der Stimme
  • häufiges Husten oder Räuspern

Jede Stimmstörung bedarf einer unbedingten Behandlung durch einen ausgebildeten Stimmtherapeuten! Bleibt die Störung über einen zu langen Zeitraum unbehandelt, so können sich irreversible organische Veränderungen entwickeln, welche dann nicht mehr durch eine einfache Stimmtherapie kuriert werden können.


Therapiert wird nicht nur die Stimmgebung selbst – alle am Sprechen beteiligten Bereiche, so beispielsweise auch Atmung und Tonus, werden mit in die Therapie einbezogen und ganzheitlich bearbeitet.


Besteht bei einem Kind der Verdacht auf eine Stimmstörung beziehungsweise weist es eines der oben genannten Symptome über einen längeren Zeitraum (etwa zwei bis drei Monate) auf, so sollte es unbedingt bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt vorgestellt werden!


Schließen


Störungen im Erwachsenenalter

Im Alter vermehrt auftretende Erkrankungen und Faktoren ziehen häufig eine Beeinträchtigung der sprachlichen und stimmlichen Fähigkeiten nach sich. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Störungen, die eine logopädische Intervention notwendig machen:


Aphasie

Bei einer Aphasie kommt es auf unterschiedlichen sprachlichen Ebenen (Lautbildung, Wortbedeutung, Satzbau) und bei der Sprachverarbeitung (Sprachverständnis, Sprechen, Lesen, schriftsprachliche Fähigkeiten) zu Störungen unterschiedlichen Schweregrades.


Die Ursachen liegen im neurologischen Bereich, so führen Schlaganfälle, Hirnverletzungen oder entzündliche Erkrankungen des Gehirns häufig zu einer Aphasie.


Für den Patienten bedeutet dies immer eine, teils massive, Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit. Aphasie erfordert daher immer eine intensive logopädische Diagnostik und Therapie, bei der nicht nur die individuelle Symptomatik, sondern auch die Persönlichkeit des Patienten berücksichtigt wird. Auch Therapieansätze und –ziele werden sehr individuell formuliert, da Herangehensweise und Prognose, je nach Fall, stark schwanken können. Grundsätzlich ist das Therapieziel eine Verbesserung und Wiederherstellung der sprachlichen Fähigkeiten.


Schließen


Dysarthrie/ Dysarthrophonie

Das Zusammenspiel von Atmung, Stimmgebung und Artikulation ist bei einer Dysarthrie aus dem Gleichgewicht geraten und für einen Betroffenen nicht mehr ohne Weiteres kontrollierbar. Die Steuerung und Ausführung der Sprechbewegungen ist demnach eingeschränkt. Atmung und Stimmklang sind auffällig, die Beweglichkeit von Zunge, Lippen, Kiefer und Gaumensegel beeinträchtigt und die Aussprache oft undeutlich und angestrengt bis hin zur Unverständlichkeit.


Die Ursachen hierfür liegen ebenfalls im neurologischen Bereich. Ein weiterer Grund für eine Dysarthrie kann eine Schädigung der peripheren Gesichtsnerven sein. Morbus Parkinson, Schlaganfälle, Multiple Sklerose und Schädel-Hirn-Traumen sind nur einige Erkrankungen, die eine Dysarthrophonie nach sich ziehen können.


Die Erscheinungsformen der Dysarthrie sind verschieden, verlangen jedoch alle nach einer logopädischen Intervention. Durch entsprechendes Training können die Defizite beim Sprechen reduziert und die Kommunikationsfähigkeit verbessert werden.


Schließen


Sprechapraxie

Bei der Sprechapraxie handelt es sich um eine Programmierungsstörung im sprachlichen Bereich. Es sind also nicht die Funktionen der am Sprechen beteiligten Organe selbst betroffen, sondern eher die Planung und Berechnung der Sprechbewegungen. Je nach Schweregrad kommt es beim Sprechen mehr oder weniger häufig zu entstellten und fehlerhaften Lauten und Worten, stotterartigen Symptomen oder Satzabbrüchen. Liegt eine reine Sprechapraxie vor, so sind das Lesen und Schreiben nicht betroffen.


Häufig tritt eine Sprechapraxie zusammen mit einer Aphasie auf, von der sie manchmal nur schwer abzugrenzen ist. Umso wichtiger ist eine eingehende Diagnostik durch einen ausgebildeten Logopäden.


Die Ursachen der Sprechapraxie gleichen denen der Aphasie und der Dysarthrie: Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumen oder entzündliche Erkrankungen des Gehirns lösen die Störung aus.


Um die Selbstständigkeit und den normalen sozialen Kontakt im Alltag bestmöglich aufrechtzuerhalten beziehungsweise wiederherzustellen, ist eine Sprach- und Sprechtherapie hier sehr wichtig. Es wird sowohl an den Symptomen gearbeitet, als auch beratend zur Seite gestanden, um individuelle Lösungen für den Patienten und auch für dessen Angehörige zu finden.


Schließen


Stimmstörungen (Dysphonie)

Die Ursachen und Erscheinungsformen der Stimmstörungen sind sehr verschieden. Grundsätzlich wird zwischen vier Formen von Dysphonien unterschieden:


  1. Funktionelle Dysphonien, bei denen keine organische Veränderung vorliegt, sondern die Ursache eher in einer unphysiologischen Sprechweise liegt. 1. Dabei kann beim Sprechvorgang entweder zu viel Anspannung vorliegen (gepresstes Sprechen, harte Stimmeinsätze, angespannte Haltung, Brustatmung) oder eine Unterspannung bestehen (schlaffe Haltung, flache Atmung, behauchte Stimme).
  2. Organische Dysphonien, bei denen Veränderungen an den Stimmlippen diagnostiziert werden. Das können beispielsweise Wassereinlagerungen, Tumore oder durch ständige Stimmüberlastung oder entzündliche Prozesse bedingte Stimmlippenknötchen (Verdickungen an den Stimmlippenrändern) sein. Heiserkeit bis Stimmlosigkeit, ein knarrender Stimmklang, allgemein andauernde Veränderungen der eigenen Stimme und eventuell Schmerzen beim Sprechen sind hier die typischen Beschwerden.
  3. Hormonelle Dysphonien, ausgelöst beispielsweise durch Medikamente oder Defekte im Hormonhaushalt (zum Beispiel Fistelstimme durch ausbleibenden Stimmbruch bei jungen Männern).
  4. Psychogene Dysphonien, welche unterschiedlicher Erscheinung sein können und durch psychische Faktoren wie Stress, Müdigkeit etc. bedingt sind.

Alle Formen von Stimmstörungen bedürfen einer Therapie. Eine ganzheitliche und individuelle Vorgehensweise ist essenziell. Über gezielte, einem durchdachten Aufbau folgenden Übungen in den Bereichen Atmung, Tonus, Stimmgebung, Artikulation und Person an sich werden unökonomische Gewohnheitsmuster aufgelöst und ein neues Stimmverhalten antrainiert, das dann in den alltäglichen Stimmgebrauch transferiert werden soll. Hierzu ist auch eine Beratung zum Thema Stimmhygiene wichtig, bei welcher der Patient über stimmschädigende Faktoren aufgeklärt wird.


Bei einer funktionellen Dysphonie ist das Ziel in der Regel die vollständige Wiederherstellung der physiologischen Stimme, bei der organischen und hormonell bedingten Dysphonie müssen gegebenenfalls auch kompensatorische Maßnahmen ergriffen werden.


Schließen


Schluckstörungen (Dysphagie)

Eine Dysphagie tritt auf, wenn eines der am Schluckakt beteiligten Organe in seiner Funktion gestört oder beeinträchtigt ist. Hierzu zählen Mundhöhle und Zunge, Rachen, Speiseröhre, Kehlkopf und Mageneingang. Dies tritt häufig nach einer Operation mit Beteiligung der oben genannten Bereiche auf. Auch neurologische Erkrankungen und psychogene Faktoren können involviert sein.


Die Schluckstörung kann teils starke Schmerzen verursachen und die Nahrungsaufnahme massiv beeinträchtigen, was zu einem hohen Leidensdruck auf körperlicher, psychischer und sozialer Ebene bei betroffenen Menschen führt. Eine gesundheitliche Gefahr stellt zu dem die hohe Wahrscheinlichkeit dar, sich zu verschlucken und dabei eventuell Teile der Nahrung zu aspirieren, wodurch diese in die Lunge gelangen und lebensgefährliche Entzündungen verursachen können (Aspirationspneumonie).


In der logopädischen Therapie sollen die intraorale Sensibilität gefördert und die wichtigen Schutzreflexe (Schluckreflex, Würgereflex, Hustenreflex) wieder aufgebaut werden, was durch verschiedene motorische Übungen, Stimulationen und Veränderungen der Nahrungskonsistenz erreicht werden kann. Der Patient muss das Schlucken sozusagen „neu erlernen“.


Schließen


Presbyphagie (Schluckstörungen im Alter)

Bei der Entstehung einer Presbyphagie kommen meist verschiedene Faktoren zusammen. Hier einige Beispiele für eventuelle Auslöser:


  • Austrocknung der Schleimhäute durch Dehydrierung
  • verminderte Speichelproduktion durch Medikamente und Dehydrierung
  • Nachlassen der intraoralen Sensibilität mit der Folge schwächerer Reflexe und ungezielterer Mundbewegungen
  • Versteifung der Kiefergelenke
  • Nachlassende Muskelkraft (Kaumuskulatur)
  • Verminderte Aktivität der beteiligten Nerven
  • neurologische Erkrankungen (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Demenz etc.)
  • Facialisparese (Gesichtslähmung)

Liegt eine Presbyphagie vor, so ist vor allem die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit problematisch: Flüssigkeit gelangt in die Nase, der Bissen bleibt im Hals stecken, Teile der Nahrung können über die Luftwege in die Lunge gelangen, womit auch hier die Gefahr einer Aspirationspneumonie, also einer durch eingeatmete Fremdkörper verursachten Lungenentzündung, droht. Dass der Hustenreflex im Alter oft zudem schwächer ausgeprägt ist oder auch ganz ausbleiben kann, ist umso problematischer.


Bestehen Anzeichen für eine Presbyphagie, zum Beispiel das Verbleiben von Nahrungsresten im Mund, Verletzungszeichen durch Fehlbisse, unkontrollierter Speichelfluss oder wiederholtes Husten und Räuspern nach dem Schlucken beziehungsweise häufiges Verschlucken, so sollte mit einer Schlucktherapie nicht gewartet werden. Im Rahmen der Therapie finden dann gezielte Übungen zur Verbesserung der Schluckfähigkeit sowie eine Anpassung der Ernährung an die individuellen Fähigkeiten des Patienten statt.


Schließen


Trachealkanülenmanagement

Das Legen einer Trachaelkanüle ist notwendig, wenn folgende Umstände vorliegen: Beeinträchtigung des Atemvorgangs, Einengungen im Bereich der Luftröhre, schwere Schluckstörungen.


Das Leben mit einer Trachealkanüle bringt einige Schwierigkeiten mit sich, von denen hier einige aufgelistet sind:


  • Sensibilitätsstörungen durch den fehlenden Reiz der Atemluft und dadurch Einschränkungen beim Sekret-Abtransport und beim Spüren von Fremdkörpern
  • Einschränkung beziehungsweise Ausbleiben von motorischen Reaktionen wie Schlucken, Räuspern und Husten
  • Einschränkung von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Sprechunfähigkeit wegen fehlendem Luftstrom zur Stimmgebung
  • Entzündungen, Reizungen, Blutungen, Borkenbildung oder Bildung von überschüssigem Gewebe im Bereich der Luftröhre, starke Schleim- und Sekretbildung

Ein gutes Trachaelkanülenmanagement entscheidet darüber, ob lebensbedrohliche Keimverschleppungen bis hin zu Lungenentzündungen reduziert werden können. Dieses muss immer individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt und mit Angehörigen, Ärzten und Pflegepersonen besprochen werden. Eine regelmäßige und andauernde Betreuung durch logopädisches Fachpersonal ist nicht nur bei Wachkomapatienten unabdinglich.


Schließen


Kehlkopfoperiert/ Kehlkopflos (Laryngektomie)

Bei der Laryngektomie handelt es sich um eine Operation, bei welcher der Kehlkopf teilweise oder komplett entfernt wird. Eine Indikation hierfür besteht meist vor allem aufgrund von Tumoren.


Bei der teilweisen Kehlkopfentfernung ist ein Stimmerhalt zum Teil möglich, bei der vollständigen Ektomie jedoch nie – dem Patienten ist unmittelbar nach der Operation zunächst jegliche Möglichkeit genommen, sich verbal auszudrücken. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, das Sprechen trotzdem möglich zu machen:


  1. Ösophagus-Stimme: Es handelt sich hierbei um eine Ersatzstimme, die mit einem Ruktus (Rülpsen) vergleichbar ist. Durch Luftaufnahme im oberen Speiseröhrenteil und Wiederabgabe dieser Luft erfolgt eine Tongebung, durch die in Verbindung mit artikulatorischen Mundbewegungen das Sprechen von Wörtern und Sätzen möglich ist. Der Patient ist in der Lage, selbst und ohne Hilfsmittel Stimme zu erzeugen, diese ist jedoch wenig modulationsfähig und nicht für jeden Patienten einfach zu erlernen.
  2. Luftröhren-Ösophagus-Shunt (Tracheostoma): Zwischen Speiseröhre und Luftröhre wird hier ein Shunt-Ventil mit einer Öffnung nach außen, dem sogenannten Tracheostoma, eingesetzt. Durch das Verschließen mit dem Finger beim Ausatmen wird die Luft durch das Ventil in die Speiseröhre gelenkt, wo ein Speiseröhrenton erzeugt wird, welcher dann durch die artikulatorischen Mundbewegungen zum Sprechen genutzt werden kann. Es gibt auch Ventile, die sich beim Sprechen automatisch Schließen und so ein freihändiges Sprechen ermöglichen. Für den Patienten fällt mit dem Ventil das anstrengende Erlernen einer kompensatorischen Sprechtechnik weg. Sprechen und Essen müssen jedoch strikt getrennt werden, da sonst die Gefahr des Verschluckens sehr groß ist. Das Tracheostoma bedarf zudem einer besonderen Pflege, andernfalls kann es zu Infektionen und Komplikationen kommen.
  3. Elektronische Sprechhilfe: Es handelt sich hierbei um ein kleines Gerät, welches am Hals angesetzt wird und einen Ton erzeugt, der gemeinsam mit artikulatorischen Mundbewegungen das Erzeugen von Sprache möglich macht. Die Lautstärke kann durch einen Regler verstellt werden, der Stimmklang ist jedoch sehr monoton und mechanisch. Beim Erlernen dieser Sprechtechniken, sowie beim Umgang mit der gewählten Stimmalternative hilft ein Logopäde.

Da der Kehlkopf jedoch nicht nur am Sprachakt beteiligt ist, sondern auch an der Atmung, dem Schluckvorgang und der Verschlussfunktion beim Husten etc., ergeben sich auch hier weitere zu beachtende Faktoren, die zunächst einer Umgewöhnung bedürfen und eine logopädische Begleitung, vor allem in der Anfangszeit, erfordern.


Schließen


Demenz

Die bei Demenz auftretenden Störungen im sprachlichen Bereich ähneln meist denen der Aphasie (siehe: oben) und werden daher als primär progrediente Aphasien bezeichnet. Das bedeutet im Wesentlichen, dass sie fortschreitend sind, was durch den ebenfalls fortschreitenden organischen Verfall erklärt ist. Im Anfangsstadium sind hauptsächlich leichte Wortfindungsstörungen und eine eingeschränkte Merkfähigkeit typisch. Im Verlauf verschlechtern sich die sprachlichen Fähigkeiten dann insgesamt zunehmend – es kommt zu Satzabbrüchen, Stammeln und Problemen bei der Artikulation.


In der Therapie werden vor allem die noch vorhandenen Fähigkeiten des Patienten gestärkt und gefördert, wodurch das Voranschreiten der Symptomatik verlangsamt werden kann. Viel wichtiger ist es jedoch, dem Betroffenen so viel Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Selbstausdruck und damit Lebensfreude zu erhalten, wie möglich. Dabei muss auch das Umfeld des Patienten mit einbezogen werden, da es für Angehörige eine große Herausforderung und oft auch Überforderung bedeutet, mit der Problematik umzugehen.


Bei der Therapie mit demenzkranken Patienten kann auf verschiedenste Art und Weise gearbeitet werden, je nach Persönlichkeit und Stand der Person. Es findet nicht in erster Linie eine an chronologisch aufgebaute Übungen und Techniken gekoppelte Therapie statt, sondern eine freie Förderung auf allen Ebenen, bei der eine Therapieeinheit auch mal durch Summen, Singen und Klatschen bestimmt sein kann.


Schließen